Der Weg vom Bett zur Badezimmertür, weiter in die Küche und zurück ins Wohnzimmer: Diese Strecken gehen Sie mehrmals am Tag, meist ohne darüber nachzudenken. Genau deshalb lohnt es sich, sie einmal bewusst anzusehen. Häufig sind es nicht die großen Hindernisse, die auffallen, sondern ein Läufer, der sich an einer Kante aufrollt, eine Tasche, die seit Wochen neben der Tür steht, oder ein Lichtschalter, der vom Bett aus nicht erreichbar ist.

Ein solcher Rundgang ist keine Prüfung, die Sie bestehen oder nicht bestehen können. Er sammelt Beobachtungen. Manche davon lassen sich leicht ändern. Für andere braucht es jemanden, der die Wand, die Befestigung oder die bauliche Situation beurteilen kann.

Wenn Sie nicht allein wohnen, gehen Sie die Wege am besten gemeinsam durch. Die Person, die dort lebt, sollte dabei mitentscheiden. Ein Gegenstand kann unpraktisch stehen und zugleich eine vertraute Bedeutung haben. Veränderungen lassen sich leichter vereinbaren, wenn beide Aspekte zur Sprache kommen dürfen.

Wege und Übergänge

Beginnen Sie dort, wo Sie täglich gehen, und sehen Sie sich die Übergänge zwischen den Räumen an. Türschwellen, unterschiedliche Bodenbeläge und Kanten, die im Vorbeigehen leicht zu übersehen sind, verdienen einen zweiten Blick. Prüfen Sie auch, was auf dem Boden liegt: Kabel, Zeitschriftenstapel, Schuhe, ein Wäschekorb. Solche Dinge gehören zum Alltag. Die Frage ist, ob sie auf einem Weg liegen, den Sie oft und möglicherweise in Eile gehen.

Sehen Sie sich die Wege bei der üblichen Nutzung an, nicht in einer aufgeräumten Ausnahmesituation. Verschieben Sie schwere Möbel nicht allein, und steigen Sie für diesen Rundgang nicht auf einen Stuhl oder eine Leiter. Notieren Sie lieber, was Ihnen aufgefallen ist, und holen Sie sich Hilfe.

Wenn Sie bereits ein Hilfsmittel nutzen, gehört es zu diesem Rundgang dazu. Ein Rollator braucht Platz zum Drehen und einen Stellplatz, an dem er nicht selbst im Weg steht. Wie Sie ein passendes Modell finden und einstellen lassen, beschreibt der Beitrag Einen Rollator auswählen und sicher nutzen.

Licht und Erreichbarkeit

Im Dunkeln ist jeder Weg schwieriger. Achten Sie darauf, ob Sie das Licht einschalten können, bevor Sie losgehen, und ob der Schalter auf dem Weg liegt. Ein Licht, das Sie vom Bett aus erreichen, erspart Ihnen den Weg im Dunkeln. Dasselbe gilt für eine kleine Beleuchtung auf dem Weg zum Bad.

Der zweite Punkt ist die Erreichbarkeit. Dinge, die Sie jeden Tag brauchen, sollten ohne Strecken, Bücken oder Klettern zu erreichen sein. Das betrifft das Geschirr in der Küche ebenso wie die Brille, die Medikamente oder die Gehhilfe. Wenn etwas nur mit einer unsicheren Bewegung erreichbar ist, ist das kein Zeichen mangelnder Geschicklichkeit, sondern ein Hinweis darauf, dass der Platz nicht passt.

Bad und Haltemöglichkeiten

Im Bad kommen mehrere Dinge zusammen: ein meist kleiner Raum, oft ein glatter Boden und Bewegungen, die anders ablaufen als im Rest der Wohnung. Sehen Sie sich an, wo Sie sich beim Aufstehen, beim Hinsetzen oder beim Ein- und Aussteigen abstützen. Und wo Sie es gern würden, aber nichts in Reichweite ist.

Haltegriffe und bauliche Anpassungen können viel verändern. Sie gehören in fachliche Hände. Zwei Dinge entscheiden: an welcher Stelle ein Griff sitzt und ob die Wand und die Befestigung die Belastung tragen können. Ein Griff, der ungünstig angebracht oder mit ungeeignetem Material befestigt wurde, hält im entscheidenden Moment möglicherweise nicht. Lassen Sie sich deshalb beraten, bevor Sie etwas anbringen oder anbringen lassen. Fragen Sie in der Arztpraxis, ob und wie eine ergotherapeutische Einschätzung Ihrer Wohnsituation möglich ist.

Eine lockere Matte auf glattem Boden kann selbst zum Hindernis werden. Auch hier gilt: erst ansehen, dann entscheiden, und im Zweifel jemanden fragen, der die Situation vor Ort kennt.

Was ein Rundgang nicht klärt

Ein Rundgang beantwortet eine bestimmte Frage: Wie sind die Wege gestaltet, die Sie täglich gehen? Er beantwortet nicht, warum Sie sich unsicher fühlen. Stürze haben meist mehrere mögliche Einflussfaktoren. Neben Hindernissen in der Wohnung können zum Beispiel das Sehen, Kraft und Gleichgewicht, Beschwerden an Füßen oder Gelenken, Schwindel und die Wirkung von Medikamenten eine Rolle spielen.S09 Nach einem Sturz oder bei wiederholter Unsicherheit ist deshalb mehr nötig als das Entfernen eines Teppichs. Lassen Sie die Situation fachlich beurteilen.

Ein zweiter Gedanke gehört dazu: Der Rundgang soll Ihnen das Gehen erleichtern, nicht die Bewegung einschränken. Wer aus Sorge vor einem Sturz aufhört, sich zu bewegen, hat ein höheres Risiko zu stürzen als jemand, der täglich in Bewegung bleibt.S09

Wenn Sie Ihre Beobachtungen für ein Gespräch sammeln möchten, können Sie Wohnung aufmerksam durchgehen nutzen. Die Hilfe geht die Bereiche Eingang, Wohnraum, Schlafzimmer, Bad, Küche sowie Treppen und Übergänge durch und hält Fragen für den gemeinsamen Rundgang bereit. Sie bewertet die Wohnung nicht und vergibt keine Punkte.

Auch Medikamente können eine Rolle spielen. Wer mehrere Mittel einnimmt, erleichtert das Gespräch mit einer aktuellen Übersicht. Was in einem Medikationsplan stehen sollte und wer ihn aktualisiert, erklärt der Beitrag Den Medikationsplan verstehen.

Grenze der Information. Dieser Beitrag kann Ihre Wohnung nicht beurteilen und kein Risiko berechnen. Er beschreibt, worauf Sie bei einem Rundgang achten können und welche Fragen sich daraus für ein Gespräch ergeben.

Quellen

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  1. gesund.bund.de, ein Service des Bundesministeriums für Gesundheit: Stürze bei älteren Menschen: Vorbeugung durch Bewegung. Stand: 6. Mai 2022 Redaktionell eingesehen am 11. September 2026. Zurück zur Überschrift der Quellen