Ein Rollator ist kein Gegenstand, den man einfach mitnimmt. Ob ein Modell zu Ihnen passt, hängt davon ab, wo Sie damit unterwegs sind und wie Sie sich fortbewegen. Wer vor allem in der Wohnung ein paar Schritte sicherer gehen möchte, braucht möglicherweise ein anderes Modell als jemand, der täglich zum Einkauf geht und dabei Bordsteine und unebene Wege bewältigt.
Deshalb beginnt die Auswahl nicht mit einem Katalog, sondern mit einem Gespräch. Beschreiben Sie darin Ihre Wege, Ihre Wohnung und die Situationen, die Ihnen schwerfallen. Ein Foto oder eine Produktliste kann zeigen, was es gibt. Ob Rahmen, Griffe, Bremsen und Räder zu Ihnen und zu Ihren Wegen passen, lässt sich daran nicht erkennen.
Zur Auswahl gehören die Anpassung an Ihre Körpergröße, eine Einweisung in die Handhabung und die Frage, wer sich später um Wartung und Reparatur kümmert. Diese Punkte sind kein Zusatz, sondern Teil der Entscheidung.
Ein Hilfsmittel ist ein Baustein und nicht die ganze Lösung. Stürze haben meist mehrere mögliche Einflussfaktoren; neben dem Gehen können zum Beispiel das Sehen, Kraft und Gleichgewicht, Schwindel oder die Wirkung von Medikamenten eine Rolle spielen.S09 Ein gut passender Rollator kann den Alltag erleichtern. Er ist kein Nachweis dafür, dass Stürze verhindert werden.
Die eigenen Wege beschreiben
Vor dem Termin hilft es, die eigenen Wege einmal aufzuschreiben. Beschreiben Sie konkrete Situationen statt allgemeiner Unsicherheit. Hilfreich sind Antworten auf diese Fragen:
- Wo soll der Rollator genutzt werden: in der Wohnung, auf dem Gehweg, im Garten, im Geschäft, in Bus und Bahn?
- Müssen Sie durch schmale Türen, über Schwellen oder in einen Aufzug?
- Muss der Rollator zusammengeklappt und getragen oder ins Auto gehoben werden?
- Möchten Sie sich unterwegs hinsetzen können?
- Wie viel Halt brauchen Sie, und tragen Sie dabei etwas?
Wenn Wege in der Wohnung selbst schwierig geworden sind, lohnt vorher ein Blick auf die Umgebung. Was dabei zu beachten ist, beschreibt der Beitrag Stolperstellen in der Wohnung erkennen.
Vor Ort ausprobieren und einstellen lassen
Die Entscheidung fällt vor Ort. Probieren Sie das Modell dort aus, wo Sie es nutzen wollen, und lassen Sie sich die Handhabung am konkreten Gerät zeigen. Üben Sie unter geeigneter Anleitung die Situationen, die bei Ihnen tatsächlich vorkommen: eine Schwelle, ein Teppichrand, das Hinsetzen und Aufstehen, das Abbremsen an einer abschüssigen Stelle. Wie Sie dabei im Einzelnen vorgehen, hängt vom Modell und von den Angaben des Herstellers ab.
Zur Einweisung gehört die Einstellung. Ob die Griffe richtig sitzen, ob Sie aufrecht gehen können und ob die Bremsen für Ihre Hände erreichbar sind, lässt sich nur am Gerät beurteilen. Fragen Sie nach, wer diese Anpassung vornimmt und an wen Sie sich wenden, wenn sich etwas verändert.
Ergänzende Hinweise zur Handhabung finden Sie im RUSSKA-Ratgeber zu Mobilität und Hilfsmitteln. Die Seite stammt von einem Hilfsmittelanbieter und enthält auch Produktwerbung.
Herstellerangaben und Wartung
Jedes Modell hat eigene Angaben zu Belastbarkeit, Handhabung und Pflege. Lesen Sie die Unterlagen, die zum Gerät gehören, und lassen Sie sich die wichtigsten Punkte beim Kauf oder bei der Abgabe erklären: die Bedienung der Bremsen, das Zusammenklappen, die Reinigung und die Frage, welche Teile sich austauschen lassen.
Hinweise von Herstellern und Anbietern sind eine ergänzende Perspektive und keine unabhängige Prüfung.S10 Für die Wartung gilt: Fragen Sie, wer im Fall einer Reparatur zuständig ist, wie lange Ersatzteile verfügbar sind und ob ein Servicetermin möglich ist. Diese Angaben unterscheiden sich von Modell zu Modell. Verlassen Sie sich auf die Auskunft der abgebenden Stelle und auf die Unterlagen zu Ihrem Gerät, nicht auf allgemeine Empfehlungen aus dem Internet.
Was vor einer Anschaffung offenbleibt
Vor der Entscheidung bleiben meist zwei Fragen offen: ob das Modell im Alltag wirklich passt und wer die Kosten übernimmt. Die erste Frage lässt sich nur durch Ausprobieren klären. Fragen Sie, ob Sie das Gerät vor der endgültigen Entscheidung für eine Weile zu Hause nutzen können.
Zur zweiten Frage gibt es keine pauschale Antwort. Ob und in welchem Umfang Kosten übernommen werden, hängt von Ihrer Situation und den jeweiligen Voraussetzungen ab. Klären Sie das vor der Anschaffung. Wenn unklar ist, wer für welche Frage zuständig ist, kann eine Beratung helfen, die nächsten Schritte zu ordnen. Wie Sie eine passende Beratungsstelle finden, beschreibt ein eigener Beitrag.
Ein Hilfsmittel unterstützt Sie beim Gehen. Welche Bewegung darüber hinaus zu Ihnen passt, ist eine eigene Frage; der Beitrag Bewegung, die zum eigenen Alltag passt beschreibt, wie Sie sie angehen können.
Grenze der Information. Ob ein bestimmtes Modell für Sie geeignet ist, lässt sich aus einem Text nicht beurteilen. Dafür braucht es ein Gespräch, das Ausprobieren vor Ort und die Anpassung an Ihre Situation.
Quellen
Die Angaben nennen die verwendeten Dokumente und den Zeitpunkt der redaktionellen Prüfung. Sie erscheinen hier als Textangabe. Nur an den dafür festgelegten Stellen führt ein Beitrag zu einer externen Seite.
- gesund.bund.de, ein Service des Bundesministeriums für Gesundheit: Stürze bei älteren Menschen: Vorbeugung durch Bewegung. Stand: 6. Mai 2022
- RUSSKA, Geschäftsbereich der Ludwig Bertram GmbH: Ratgeber „Stürze vermeiden: Mobilität erhalten“. Unternehmensinformation



